6 Tore, 136 Strafminuten: Spektakel zum Turnierstart

Welch wuchtiger Start ins Turnier! Genf-Servette unterliegt Wolfsburg in einem sehr ereignisreichen Spiel 2:4. 

Garage Marti

Christoph Höhenleitner: so heisst der erste Torschütze des diesjährigen EHCO-Cups. Es waren erst 1:45 Minuten gespielt, als der Wolfsburger zur Führung traf. Ein fulminanter Start in ein Spiel, das fortan allerdings in erster Linie von beachtlicher Physis geprägt war und weniger von Toren. Das mag einerseits erstaunen, wenn man bedenkt, dass erst August ist. Auf der anderen Seite: Es waren Servette und Wolfsburg, die hier gegeneinander spielten – beide bekannt für relativ ultrahartes Eishockey. Und so kam es, dass alleine im zweiten Drittel 108 (!) Strafminuten ausgesprochen wurden. Der Genfer Kameramann fragte am Ende des Drittels: „Ist das wirklich ein Vorbereitungsturnier?“ Vier Spieler wurden im Mitteldrittel mit einem Restausschluss belegt, Vukovic und Krupp nach einer Boxeinlage, später auch Chuard (Genf) und Dotzler (Wolfsburg). Daniel Vukovic (Bild) brach sich bei der Aktion unglücklicherweise die Nase. Der Medical Staff musste auch sonst einige Male ausrücken.

Fransson von der blauen Linie
Das Spiel bot auch sonst einiges. Weitere Tore zum Beispiel: Nachdem Wolfsburg bei Spielmitte durch Robbie Bina auf 2:0 erhöht hatte – er schloss einen 3-1 Konter nach Genfer Scheibenverlust in der Vorwärtsbewegung ab –, fassten sich auch die Genfer ein Herz und erzielten den Anschlusstreffer. Johan Fransson hatte von der blauen Linie getroffen, und das in Unterzahl. Sekunden zuvor hatte Noah Rod noch das leere Wolfsburger Tor verpasst.

Genfer Schlussfurioso
Die beiden Teams demonstrierten auch im Schlussdrittel, dass sie nicht nach Olten gekommen waren, um gemütlich den Sommer ausklingen zu lassen. Kaum war das Spiel wieder im Gange, erhöhten die Wolfsburger - wie beim zweiten Treffer im Powerplay - durch Furchner auf 3:1. Aber auch die Genfer durften viel Powerplay üben und reüssierten vier Minuten vor Ende ebenfalls - Löffel traf gekonnt und per Onetimer zum Anschluss. Und nun spielten nur noch die Genfer. Weil aber Kay Schwer statt das leere Tor nur den Pfosten traf und weil Wolfsburg-Keeper Vogl auch in der Schlussphase viel Ruhe ausstrahlte, brachte das nichts mehr. Im Gegenteil: Fabio Kohl entschied das Spiel, als Genf-Goalie Mayer bereits einem sechsten Feldspieler Platz gemacht hatte.
Letztlich kein unverdienter Sieg, weil die Deutschen vor allem zu Spielbeginn mit mehr Elan zur Sache gingen. Die 418 Zuschauer im angenehm kühlen Kleinholz und rund 430, die per Lifestream zugeschaltet waren, erlebten eine Partie, die punkto Klasse und Intensität einen frühen Turnierhöhepunkt markierte. Gut möglich, dass diese Affiche auch den Schlusspunkt am Samstagabend setzen wird, wenn das Final gespielt wird. (ph)