Auch nach der Karriere auf der Überholspur

Am letzten Businesslunch im Restaurant Pure in Olten war mit Mike Kurt ein ehemaliger Schweizer Topathlet zu Gast. Der 36-Jährige gehört zu den erfolgreichsten Kanuten, die die Schweiz je gesehen hat. Aber auch seine Karriere nach dem Sport ist bisher von Erfolg gekrönt.

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"Meine Sportkarriere habe ich ja offiziell erst im vergangenen Juni beendet. Ich habe noch lange mit einer vierten Teilnahme an Olympia geliebäugelt, musste dann aber einsehen, dass dieses Ziel mit meinem beruflich bereits eingeschlagenen Weg nicht mehr realistisch scheint", verriet Mike Kurt im Gespräch mit Moderator Raphael Galliker den Businessclubmitgliedern im Restaurant Pure in Olten. 1998 gewann Mike Kurt als erster Schweizer überhaupt mit seinem zweiten Platz an den Juniorenweltmeisterschaften eine Medaille im Einer-Kajak. Auf internationalem Niveau bei Europa- und Weltmeisterschaften holte er als Aktiver insgesamt fünf Medaillen im Einzel oder im Team, zwei davon waren goldene. Ein tragischer Held war er bei all seinen drei Teilnahmen an Olympischen Spielen in Athen, Peking und London. Obwohl er stets zu den Favoriten gehörte, konnte er nie eine olympische Medaille mit nach Hause nehmen. Die wohl bitterste Niederlage erlebte er dabei 2012 in London, als ihm im entscheidenden Halbfinallauf das Paddel brach und er ausschied.

"I believe in you"

Die Möglichkeit seine grossartige Karriere doch noch mit einer olympischen Medaille zu krönen, nahm er im vergangenen Sommer nicht mehr wahr, da er bereits in den letzten gut zwei Jahren vermehrt auf seine berufliche Karriere setzte und somit die sportlichen Voraussetzungen am Ende nicht mehr gegeben waren. Bereits während seiner Aktivkarriere als Kanute baute er mit dem Berner Degenfechter Fabian Kauter die erfolgreiche Crowdfunding-Plattform "I believe in you" auf. Mit dieser sollen Träume von Sportlerinnen und Sportlern, die dafür nicht das nötige Kleingeld haben, ermöglicht werden, wie beispielsweise an olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften teilzunehmen. Einzel- oder TeamsportlerInnen können auf der Plattform ihre Projekte eingeben. Dabei wird der benötigte Geldbetrag definiert, sowie der Zeitpunkt bis zu welchem das Geld gesammelt werden soll. Wird der zum Ziel gesetzte Geldbetrag vor dem Ablauf der Deadline erreicht, erhält die Athletin, der Athlet oder das Team den Geldbetrag für ihr Projekt zugesprochen. Wird der Betrag verfehlt, wird nichts ausgeschüttet und die Sponsoren müssen auch nichts bezahlen.

Exekutivrat

Neben der Crowdfunding-Plattform, die fortlaufend optimiert wird, wurde Mike Kurt vorletzte Woche in den Exekutivrat von Swiss Olympic gewählt. Er nimmt da als jüngstes Mitglied Einsitz. Das Ziel des Exekutivrates sei es die Rahmenbedingungen für den Sport zu verbessern. "Ich will mich da im Namen der Sportler einbringen", so Mike Kurt. Ausserdem sei natürlich auch das Projekt Olympia 2026 in der Schweiz ein Thema im Exekutivrat. "Jede und jeder, die oder der einmal an olympischen Spielen teilgenommen hat, wünscht sich, so etwas im eigenen Land erleben zu können", so der 36-Jährige. Es ist also davon auszugehen, dass von Mike Kurt auch nach seiner Aktivkarriere noch einiges zu hören oder zu sehen sein wird. (Foto und Text: Andreas Hagmann)