Das Spiel der verpassten Chancen

Das Schlusslicht aus dem Oberhaus wäre schlagbar gewesen. Aber Olten haderte im Cup-Achtelfinal am meisten mit sich selbst und verliert das kuriose Spiel mit 1:3.

Garage Marti

Auch im vierten Versuch scheitert der EHCO im Viertelfinal-Cup an einem Oberklassigen. Die Ausgangslage war verheissungsvoll gewesen und doch endete das Kräftemessen mit dem letztjährigen Playoff-Finalrivalen mit einer ärgerlichen Niederlage. Die St. Galler konnten phasenweise ihre Verunsicherung nach neun Niederlagen in zehn Spielen nicht kaschieren, waren aber das cleverere und sicher auch glücklichere Team. Olten verpasst die Revanche für die Final-Niederlage aus dem Frühjahr, der Cup-Titelverteidiger verbleibt im Rennen.

Die Mannschaft von Chris Bartolone begann vor 3'218 Zuschauern mit keckem Spiel, hatte mehr Spielanteile. Den Führungstreffer erzielten jedoch die Gäste: Cedric Hüsler nahm dem NL-Klub in der 14. Minute etwas Druck von den Schultern. Bitter für den EHCO, dass dem Treffer ziemlich sicher ein Offside vorausging. Bartolone nahm die Coaches Challenge - zu seinem Pech war das Offside allerdings auf keinem Videobild eindeutig zu beweisen. Das Tor mit vorentscheidendem Charakter zählte. So zündeten die Oltner im Mitteldrittel vor euphorisiertem Publikum vergeblich ein Offensivfeuerwerk. Zu viele Topchancen versandeten in der rund zehnminütigen Druckphase. Rappi-Coach Jeff Tomlinson sah sich gar gezwungen sein Timeout zu nehmen und brach somit den Oltner Spielfluss ein wenig.

Für die Rosenstädter kam es gar noch besser: Aus dem Nichts erzielte Dion Knelsen das 2:0. Es war ein kurioser Treffer. Nach Knelsons Nachschuss prallte der Puck vom Gehäuse weg, worauf Simon Barberos retten wollte und das Spielgerät selbst im Tor von Simon Rytz unterbrachte. Von diesem Dämpfer erholte sich der EHCO wenig später unter gütiger Mithilfe der Rapperswiler. In doppelter Überzahl hämmerte Daniel Eigenmann den Puck ins hohe Eck. Die Initialzündung zur Wende?

Mitnichten. In einem zerfahrenen Schlussabschnitt kamen die offensiven Bemühungen der Oltner nie mehr wirklich ins Rollen. Und wie die Zeit zerrann, häuften sich bei den Einheimischen auch die Fehler. Allzu oft versuchten sie es mit dem Geniestreich. Nach einer Strafe gegen Knelsen gut fünf Minuten vor Spielende schien das Schlussfurioso vorprogrammiert, wie es der EHCO zuletzt oft gezeigt hatte. Diesmal war aber die Luft draussen. Jan Mosimann konnte in Überzahl gar noch das 1:3 erzielen.  Die Oltner Reaktion blieb aus. Am nächsten Mittwoch geht es in Kloten mit der Meisterschaft weiter. (yas)

Olten - Rapperswil-Jona Lakers 1:3 (0:1, 1:1, 0:1)

3213 Zuschauer. - SR Tscherrig/Potocan, Schlegel/Kehrli. - Tore: 14. Hüsler (Schweri, Ness) 0:1. 37. Knelsen 0:2. 40. (39:05) Eigenmann (Ulmer/Ausschlüsse Maier, Schmuckli) 1:2. 58. Mosimann (Gähler/Bankstrafe Olten) 1:3. - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Olten, 7mal 2 Minuten gegen die Rapperswil-Jona Lakers.