EHCO-Cup 2016: Das sind die Teams

Der EHCO-Cup wird in zwei Gruppen à drei Teams ausgetragen. Am Finaltag wird der Turniersieger zwischen den beiden Gruppenersten ausgespielt. Die Gruppenzweiten spielen um den dritten Platz und die Gruppendritten um die Plätze fünf und sechs. Der Gastgeber, der EHC Olten ist im Teilnehmerfeld der einzige Unterklassige. Wir stellen alle Teams vor dem morgigen Turnierstart kurz vor.

Garage Marti

Gruppe A

Grizzlys Wolfsburg

Sie sind der heimliche Star der DEL, die Grizzlys Wolfsburg. Kein Team war im deutschen Eishockey in der näheren Vergangenheit konstanter. Seit 2008 erreichten die Wolfsburger stets die Playoffs, zweimal sogar das Finale. So auch im vergangenen Frühling. Gegen den späteren Meister aus München blieben die Grizzlys allerdings chancenlos. Sie verloren das Finale mit 0:3 Siegen gegen München.

Auf dem Transfermarkt haben die Wolfsburger zumindest auf dem Papier sehr geschickt agiert. Verteidiger Tim Hambly (zu Krefeld) und Daniel Widing mögen zwar Verluste sein. Mit Grizzly-Finalschreck Jeremy Dehner (München) konnte für die Verteidigung aber ein kleiner Transfercoup gelandet werden –insbesondere wenn der kleingewachsene Verteidiger seine Produktion aus den letzten Playoffs hochhält (11 Punkte in 14 Spielen). Mit Alexander Dotzler (Straubing) wurde die Polyvalenz in Person verpflichtet. Dotzler ist sowohl als Verteidiger wie auch als Stürmer einsetzbar. Alexander Weiss (Köln) verstärkt das Secondary Scoring, Kris Foucault im Minimum ebenfalls. Der Kanadier, der zuletzt in der Schweiz bei den ZSC Lions und deren Partnerteam, den GCK Lions (NLB) spielte, kann nämlich noch mehr. Im Tor wissen die Wolfsburger mit Felix Brückmann ausserdem eine echte Wand. Ob Qualifikation oder Playoffs, der Deutsche Internationale hatte in seinen bisherigen zwei Jahren in Wolfsburg nie eine Fangquote unter 92%.

Genève-Servette

Der Hockeyclub Genève-Servette ist eng verbunden mit dem Namen Chris McSorley. Dem Mann sind die Erfolge der jüngeren Vergangenheit zu verdanken. Der umtriebige Kanadier schafft es stets, das Maximum aus seinem Team heraus zu holen. Ausserdem sind die Genfer eine Turniermannschaft – und somit erster Favorit auf den Gewinn des EHCO-Cup 2016.

Es wird komisch sein, ihn nicht mehr im Genfer Dress auflaufen zu sehen. "Mister Servette" Goran Bezina (seit 2004 bei Genf) musste die Calvinstädter verlassen und heuerte in der KHL bei Medvescak Zagreb an. Topskorer Matt D'Agostini musste sich trotz 40 Punkten aus 46 Spielen ebenfalls aus Genf verabschieden. Der Kanadier spielt nun für Ambri. Auf der anderen Seite fand McSorley in Will Petschenig wieder einmal einen Kanadier mit Schweizer Lizenz. Der 21-jährige Allrounder spielte zuletzt in der kanadischen Juniorenliga OHL. Ebenfalls aus einer kanadischen Juniorenliga, der QMHL, stösst der talentierte Kay Schweri zu Servette. Den Verlust von Goran Bezina konnte so indes nicht kompensiert werden. Statt einen Topverteidiger zu holen, setzen die Genfer mit Nick Spaling lieber auf einen NHL-erfahrenen Defensivstürmer. Mit Mike Santorelli konnte im Weiteren ein offensiver, ebenfalls NHL-erfahrener Italo-Kanadier verpflichtet werden.

Krefeld Pinguine

Die Saison 2015/2016 war für die Krefeld Pinguine eine zum Vergessen: Vorletzter und keine Chance auf einen Playoffplatz. Zum zweiten Mal in Serie wurde somit die Runde der letzten acht Teams verpasst. Dies soll sich kommende Saison ändern.

Dazu scheinen die Krefelder im Sommer eine schlaue Transferpolitik betrieben zu haben. Mit Mike Little (Kassel Huskies), Tim Hambly (Wolfsburg) und Kyle Klubertanz (Nürnberg) wurden die defensiven Abgänge von David Fischer (Klagenfurt), Oliver Mebus (Nürnberg) und Scott Valentine (Augsburg) mindestens kompensiert. Notabene war die Krefelder Defensive nicht das Hauptproblem in der vergangenen Spielzeit. Die offensive Impotenz war das Hauptproblem. Da bildeten die Krefelder das Schlusslicht der Liga. Und da half auch die während der Saison getätigte Verpflichtung von Mark Hurtubise (Martigny) nichts. Im Gegenteil, der Kanadier blieb mit seinen zehn Punkten aus 27 Spielen eine Enttäuschung. Sein Abgang zu Klagenfurt schmerzt daher wenig, im Gegensatz zu Andreas Driendl (Riessersee) mit welchem satte 32 Skorerpunkte verloren gehen. Mit der Verpflichtung des deutschen Nationalspielers Marcel Müller von den sich aus der DEL zurückgezogenen Hamburg Freezers, gelang dafür ein kleiner Transfercoup. Behält Mark Mancari (Augsburg) seine Produktion bei und bleibt Marco Rosa (Wolfsburg) verletzungsfrei, ist die Offensive eine Stufe besser als in der vergangenen Saison.

Allerdings fehlt dem Kader die Breite: Anfangs August fiel Stürmer Martin Schymainski wegen dem Pfeifferschen Drüsenfieber für unbestimmte Zeit aus. Letzte Saison war er mit 39 Punkten der drittbeste Skorer des Teams. Es verwundert daher nicht, dass umgehend der in Köln nicht mehr erwünschte Dragan Umicevic verpflichtet wurde. Der Schwede, der in der Schweiz für Biel spielte (2014/2015) hoffte auch dank seinen hervorragenden Skorerwerten (42 Punkte) bis zuletzt auf eine Vertragsverlängerung in Köln.

Gruppe B

Iserlohn Roosters

Sportlich betrachtet erfahren die Iserlohner den Fluch eines erfolgreichen Kleinvereins. Mit dem überraschenden 3. Platz nach der Qualifikation 15/16 stiegen die Begehrlichkeiten der anderen Vereine. Alle Leistungsträger adäquat ersetzen zu können, ist ein Husarenstück. Ein kleines Risiko ging man bei den diesjährigen Transfertätigkeiten allerdings ohne Zwang ein. Nach sechs Saisons verlängerte man den Vertrag mit dem zur Clublegende gewordenen Mike York nicht mehr. Man strebe auf der Centerposition eine Verjüngung an, hiess es bei den Iserlohnern. Der 38-jährige Amerikaner war mit seinen 42 Skorerpunkten aus 52 Qualifikationsspielen der intern zweitbeste Skorer der abgelaufenen Saison. Mit Nicholas Petersen (Berlin) verliess zudem der intern drittbeste Skorer die Iserlohner. Mit Stürmer Brooks Macek (München) und Offensivverteidiger Robert Raymond (Salzburg) verliessen zwei weitere Leistungsträger die Roosters.

Die defensiven Abgänge konnten mit Hannu Pikkarainen (Schwenningen) Troy Milam (Wien) und Christopher Fischer (Mannheim) auf dem Papier im Minimum kompensiert werden– zumal mit Ryan Button der offensiv stärkste Verteidiger (29 Punkte) den Iserlohnern erhalten bleibt. Im Sturm sind neu AshtonRome (Schwenningen), Jordan Smotherman (Rögle), Blaine Down (Straubing) und David Dziurzynski (Binghamton/Ottawa Senators) an Bord. Ob einer von ihnen eine tragende Rolle übernehmen kann, ist offen. Alle können punkten, sind bisher aber nicht als Topskorer ihres jeweiligen Arbeitgebers aufgefallen. Konstanz gibt es dafür auf der Torhüterposition. Mathias Lange und ChetPickard haben sich vergangene Saison den Posten mehr oder weniger geteilt. Mit einer Fangquote von 92% bzw. 93% können sich die Leistungen den beiden Schlussmänner durchaus zeigen lassen. Auf starke Leistungen ihrer Torhüter werden die Iserlohner auch kommende Saison angewiesen sein.

SCL Tigers

Die Tigers wollen kommende Saison um einen Playoffplatz spielen, um das Publikum bei Laune zu halten. Dies allerdings mit einem Kader, welches kaum stärker ist, als das letztjährige. Mit Anton Gustafsson (Fribourg) verliess der beste Skorer mit Schweizer Lizenz (26 Punkte) die Tigers. Tobias Bucher, ebenfalls ein äusserst wertvoller Mann fürs SecondaryScoring (25 Punkte), hatte nicht einmal eine Wahl, er musste die Langnauer verlassen und wird nächste Saison in der NLB bei Visp für Furore sorgen. Zwar konnten mit Pascal Berger und Flurin Randegger zwei amtierende Schweizer Meister verpflichtet werden. Beides sind aber keine herausragenden NLA-Spieler. Pascal Berger ist ein ehrlicher Arbeiter, der ähnliche Skorerwerte wie Bucher erreichen kann, Flurin Randegger ist ein dankbarer Spieler, da er jede Position spielen kann –ausser die des Torhüters.

Spannend wird zu beobachten sein, ob der zweifellos talentierte Raphaël Kuonen mit seinem wiederholten Versuch, in der NLA Fuss zu fassen, erfolgreich sein wird. Er hat nämlich die Qualitäten, nicht nur in der NLB regelmässig zu skoren, sondern auch in der NLA. Apropos Talent: Rob Schremp gehört ebenfalls zu diesen talentierten Spielern, denen der grosse Schritt nie gelungen ist. Schremp wird oft auf seinen Penaltytrick aus einem Skills Contest im Jahre 2007 reduziert. Gleichzeitig wird dem einstigen First-Round-Draft ein etwas schwankender Trainingsfleiss nachgesagt. Mit einer guten Saison bei den SCL Tigers würde er nicht nur den Langnauern helfen, sondern auch sich selber wiederempfehlen. Ohnehin müssen die Langnauer hoffen, dass die Söldner in der kommenden Spielzeit wieder eine dominantere Rolle einnehmen können, als zuletzt. Der launische Chris DiDomenico hat alle Fähigkeiten, ein dominanter NLA-Spieler zu sein –als interner Topskorer in 46 Spielen 38 Punkte zu sammeln, ist aber etwas wenig. Neben Rob Schremp soll ihm Brendan Shinnimin im Sturm Beine machen.

Zu guter Letzt bleiben die Torhüter Ciaccio und Punnenovs durchschnittliche NLA-Schlussmänner und können für einen Playoutkandidaten wie die SCL Tigers nur selten ein Spiel zu Gunsten ihres Teams entscheiden.

EHC Olten

Bei der ersten Austragung des EHCO-Cup vor einem Jahr scheiterten die Einheimischen erst im Finale. Dies ausgerechnet gegen Ligakonkurrent und Erzrivale Langenthal. In diesem Jahr ist das Teilnehmerfeld ungleich stärker und die Oltner haben höchstens Aussenseiterchancen. Und die Möglichkeit die eigene defensive Stabilität zu testen.

Die Oltner hatten als Spitzenteam der NLB zuletzt keine Mannschaftsteile, die besondere Schwächen gezeigt hätten. Nach den bisherigen Transfers ist gleichwohl zu attestieren, dass die Defensive noch einmal eine Aufwertung erlebt hat. Mit Fabian Ganz (46 Skorerpunkte in 45 Spielen) ging der beste Offensivverteidiger verloren (La Chaux-de-Fonds). Mit Sami El Assaoui verliess ein weiterer Verteidiger mit Offensivdrang den EHCO (Red Ice) zu einem Direktkonkurrenten. Dafür konnte mit Anthony Rouiller ein ausgezeichneter Zweiwegverteidiger vom Meister Ajoie verpflichtet werden. Vom Vizemeister Rapperswil stiess Defensivspezialist Marc Grieder zum EHCO. Ausserdem gingen die Oltner in Sachen Söldner neue Wege. In der NLB dürfen lediglich zwei ausländische Verstärkungsspieler eingesetzt werden, dies sind im Normalfall beides Stürmer. Mit Curtis Gedig (Stjernen/NOR) verpflichteten die Oltner allerdings einen kanadischen Offensivverteidiger.

In der Offensive gab es kaum Bewegungen. Punktemässig der schwerwiegendste Abgang war der vom Kanadier Shayne Wiebe (HC Pustertal/ITA). Auf der anderen Seite wurde vom Meister Ajoie der grossgewachsene Center Stefan Mäder verpflichtet. Ausserdem versuchen sich noch diverse Try-out-Spieler für den Kader aufzudrängen. Ansonsten konnte die erfolgreichste Offensive der Liga der vergangenen Saison zusammen gehalten werden. Bester Punktesammler war dabei Marco Truttmann, welcher letzte Saison in 39 Spiele 47 Skorerpunkte einfuhr - damit war er hinter dem Kanadier Justin Feser (49 Punkte) intern zweitbester Skorer.

Die ausführlichen Teamportraits sind ab morgen Dienstag im offiziellen Turniermagazin zu finden. Ausserdem werden die Portraits nachher auch auf die Homepage geladen und werden HIER zu finden sein.