Es ist vollbracht!

Nach einem Fehlstart lässt der EHCO in Spiel sechs nichts mehr anbrennen: Dank einem Steigerungslauf setzt sich Olten mit 4:1 durch und trifft nun im Halbfinal auf Langenthal.

Garage Marti

Grosses Eishockeyfest in Weinfelden: Noch eine halbe Stunde nach Spielschluss feierten die Fans in der Güttingersreuti. Der Thurgauer Anhang verabschiedete seine Mannschaft auf würdige Weise und auch die Oltner zelebrierten den Halbfinaleinzug ausgiebig. Äusserst fair waren dabei die Gesten der beiden Fanlager, welche die Spieler des Gegners gegenseitig beklatschten. Auch der sechste Akt war nicht für schwache Nerven: Die Ostschweizer verlangten dem EHCO ein letztes Mal alles ab. Im sechsten Spiel zeigte sich Chris Bartolones Mannschaft aber gefestigt. Je länger das Spiel dauerte, desto weniger liessen die Oltner zu. Bei den Ostschweizern schwanden offensichtlich auch ein wenig die Kräfte.

Dabei hatte das Spiel für die Gäste alles andere als optimal begonnen. Lampenfieber war bei den Thurgauern kaum zu spüren. Nach einer kurzen ersten Druckwelle der Oltner nutzten die Thurgauer das erste Powerplay eiskalt zum Führungstreffer aus. Nach dem Rückstand fand der EHCO den Faden erst drei Minuten vor der ersten Sirene wieder. Die Druckphase vor der Pause konnten die Oltner mit ins zweite Drittel nehmen - und in der 24. Minute war es soweit: Die Thurgauer Mauer war ein erstes Mal gebrochen.

Nach einem Fehlpass von Schwendener reagierte Lukas Haas blitzschnell. Mit einem genialen Pass in die Mitte setzte er Jewgeni Schirjajew ein, der direkt Abzog und den wichtigen Ausgleichstreffer realisierte. Am Führungstreffer der Oltner trug Schwendener dann keine Schuld: Einmal mehr war der EHCO-Topsturm für das 2:1 besorgt. Haas und Schirjajew bereiteten den Treffer für Wyss ideal vor. Oltens Playoff-Topskorer stand im Slot und versenkte den Puck per Direktabnahme. Wyss und seine beiden Sturmpartner hatten am vierten Sieg abermals einen Bärenanteil und stachen somit die Thurgauer Top-Linie aus. Einen Sahneabend erwischte auch Stanislav Horansky. Immer wieder sorgte er für exzellente Offensivakzente. Einer von ihnen führte in der 52. Minute zur Vorentscheidung. Mit einem Backhand-Pass bediente er Stefan Mäder, der den Puck im hohen Eck versorgte. "Wir wussten, dass wir nochmals alles aus uns rausholen müssen", sagte Horansky. "In den richtigen Momenten haben wir heute geskort - das hat den Unterschied ausgemacht."

Oltens Konstrukt stand für die verbleibenden Minuten zu gut, als dass Thurgau nochmals in Spiel hätte finden können. Die letzten Hoffnungen der Thurgauer machte Lukas Haas mit einem einhändigen Schuss ins verwaiste Tor zunichte. Neben dem 4:1 Heimsieg im dritten Spiel zeigte der EHCO in Spiel sechs die reifste Leistung in dieser Serie. Im Halbfinal wartet Langenthal, das sich in Visp mit 4:2 durchsetzte. Am Mittwoch beginnt der Derby-Kampf im Schoren. (yas)