Steigerungslauf ohne Krönung

Der EHC Olten verliert das fünfte Spiel der Playoff-Finalserie mit 2:5 und muss damit Rapperswil-Jona den Vortritt lassen im Kampf um die B-Meisterschaft.

Garage Marti

"Es war definitiv nicht unser bestes Spiel in der Serie", zeigte sich EHCO-Kanadier Jay McClement hinterher offen und ehrlich. Schon der Start in den fünften Akt, der unbedingt hätte siegreich gestaltet werden müssen, um die Finalserie zu verlängern, fiel nicht wunschgemäss aus. 24 Sekunden waren gespielt, da lagen die Lakers bereits in Front. Topscorer Dion Knelsen war enteilt und traf zum Traumstart aus Sicht des Heimteams.

Wenig später war die Welt aus Oltner Sicht wieder in Ordnung: Für einmal hatte sich SCRJ-Goalie Melvin Nyffeler verschätzt und die Scheibe hinter dem eigenen Tor ungenügend rausgespielt. Martin Ulmer war in der Ecke zur Stelle, fing die Scheibe ab und spielte zur Mitte, wo MacGregor Sharp keine Mühe hatte das Skore auszugleichen (10.). Doch schon bald machte sich der EHCO das Leben selbst schwer. Man schenkte dem Kontrahenten ein einfaches Tor, als hinter dem eigenen Kasten die Scheibe verloren ging und erneut Knelsen zur Stelle war (16.).

Gegen Saisonende angekämpft

Mit einem Doppelschlag (26./28.) sorgte das Heimteam, wie sich später herausstellen sollte, noch vor Spielhälfte für die vorzeitige Entscheidung. Wenn auch Simon Lüthi im Powerplay auf 2:4 verkürzte und die Hoffnung zurückbrachte (32.), so blieben die intensivierten Angriffsbemühungen – der EHCO versuchte alles und dominierte das Spielgeschen – im Schlussdrittel zu harmlos, als dass der Rappi-Sieg ernsthaft in Gefahr gewesen wäre. Stattdessen erhöhten die St. Galler in der Endphase mit einem Schuss ins verlassene Tor zum 5:2-Schlussresultat (58.).

Längste Playoffs der Karriere als tolle Erfahrung

Am Ende ging der St. Galler Erfolg mehr als in Ordnung, ebenso verdient kürten sich die Rapperswil-Jona Lakers zum B-Meister. Über die ganze Serie hinweg trat der überlegene Qualifikationssieger äusserst abgeklärt auf. "Ähnlich wie heute, haben wir über die gesamte Serie hinweg ganz einfach zu wenig Tore geschossen", musste sich McClement nicht lange auf Ursachensuche begeben. Für die Oltner ist der Vize-Meistertitel dennoch als grosser Erfolg zu werten, vollbrachten die Dreitannenstädter nach einer schwierigen Qualifikation in den Playoffs doch einen regelrechten Steigerungslauf, zu dessen Krönung einzig der Finalsieg fehlte. 

Dies sah auch McClement so: "Wir dürfen definitiv stolz auf uns sein. Niemand hätte vor zwei Monaten damit gerechnet, dass wir nun hier stehen würden." Es seien zwei völlig verschiedene Teams, wie sich der EHCO in der Qualifkation und in den Playoffs präsentiert habe, versuchte die Nummer 11 die Entwicklung zu verdeutlichen. Für ihn persönlich, der mit dem EHCO die längste Playoff-Phase seiner Profi-Karriere erlebte, habe diese Erfahrung viel Freude bereitet:  "Wenn alles andere in den Hintergrund tritt, sich alle im Team und im Verein für ein gemeinsamem Ziel aufopfern und sich ein jeder seiner Aufgabe hingibt, stellt das für mich eine grosse Genugtuung dar." (ts/Bilder: Marc Schumacher, Freshfocus)

Telegramm

Rapperswil-Jona Lakers - Olten 5:2 (2:1, 2:1, 1:0)
St.-Galler.Kantonalbank-Arena. – 5914 Zuschauer. – SR: Dipietro/Müller, Fuchs/Stuber. - Tore: 1. (0:24) Knelsen (Morin, Rizzello) 1:0. 10. Sharp (Horansky, Ulmer) 1:1. 16. Knelsen (Rizzello) 2:1. 26. Mosimann (Hügli, Mason) 3:1. 28. Mason (Hügli, Profico/Ausschluss Schirjajew) 4:1. 32. Lüthi (Haas/Ausschluss Maier) 4:2. 58. Lindemann 5:2 (ins leere Tor). – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona, 4-mal 2 Minuten gegen Olten.
Rapperswil-Jona: Nyffeler; Gähler, Berger; Sataric, Maier; Iglesias, Schmuckli; Geyer, Büsser; Morin, Knelsen, Rizzello; Mosimann, Mason, Hügli; Profico, Lindemann, Casutt; Primeau, Ness, Hüsler.
Olten: Mischler, Rytz (ab 28.); Aeschlimann, Bagnoud; Grieder, Rouiller; Bucher, Lüthi; Zanatta, Fröhlicher; Hirt, Mäder, Huber; Haas, Schirjajew, Wyss; Ulmer, Sharp, Horansky; Muller, McClement, Schneuwly.
Bemerkungen: Rapperswil-Jona ohne Brem (verletzt) und Aulin. Olten ohne Ihnacak (überzählige Ausländer) und Truttmann (verletzt). Timeout Olten (28.). 57. Pfostenschuss Rizzello. Olten von 56:46 bis 57:49 und von 58:14 bis 59:40 ohne Goalie.

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