Verhängnisvolle acht Minuten

Der EHCO erhält gegen La Chaux-de-Fonds vier Tore innert kürzester Zeit und verliert auswärts 4:6.

Garage Marti

Sieben kleine Strafen im Startabschnitt, davon vier gegen den EHC Olten, zeugten von einer hohen Intensität und schnellem Tempo. Gleich zu Spielbeginn mussten mit Fröhlicher und Stapleton zwei Oltner auf die Strafbank. Nachdem die Gäste diese frühen Boxplaysituationen schadlos überstanden hatten, kamen sie durch einen Blueliner in der sechsten Spielminute zum ersten Abschluss auf Tim Wolf. In der 13. Minute, zwei Minuten nach einem Ablenker Stefan Mäders ans Lattenkreuz, erzielte Simon Lüthi das 1:0 und damit seinen ersten Treffer in Grün-Weiss. Der Verteidiger überlistete den Neuenburger Schlussmann mit einem Distanzversuch. In der Folge des Drittels erlaubten sich die Oltner wiederum zwei Strafen. Den 1:1-Ausgleich von Fabian Ganz in Überzahl haben sich die Gäste damit zu einem grossen Teilselbst zuzuschreiben. Ex-Oltner Ganz traf in seinem 500. NLB-Spiel zum 70. Mal.

Folgenschwere Minuten
Im Mitteldrittel zogen die Oltner acht rabenschwarze Minuten ein. Nach dem erneuten Führungstreffer durch Silvan Wyss in der 25. Minute und dem Ausfall von Captain Cédric Schneuwly – er wurde von einem (ungeahndeten) hohen Stock im Gesicht getroffen und musste das Eis stark blutend verlassen – gerieten die Dreitannenstädter durch Hobis Ausgleich aus dem Tritt. Bonnet, Sterchi und Schwarzenbach erzielten zwischen der 28. und der 36. Minute gleich vier Tore und sorgten dafür für die Vorentscheidung. Dank Jay McClements Tor zum zwischenzeitlichen 3:3-Ausgleich stand es Ende eines torreichen Mitteldrittels „nur“ 3:5 aus Sicht der Oltner. Schneuwly musste genäht werden und konnte nicht ins Spiel zurückkehren. 

Angesprochen auf die Masse an Gegentoren in kurzer Zeit sagte Rückkehrer Remo Hirt nach dem Spiel: „Hier oben zu gewinnen ist nie einfach. Als wir nach dem 2:1-Führungstreffer etwas Unordnung in der Defensive hatten, hat La Chaux-de-Fonds dies eiskalt ausgenutzt.“ Regelrecht überfahren wurde die Oltner Verteidigung in dieser Phase des Spiels. Mit langen Pässen kreuzten die Westschweizer mehrere Male gefährlich vor Simon Rytz auf und bewiesen im Eins-gegen-Eins ihre Kaltschnäuzigkeit. Zwei Oltner Strafen zu Drittelsende ermöglichten den Gastgebern eine einminütige doppelte Überzahl zu Beginn des Schlussdrittels und dadurch die Chance auf das 6:3.

Zu später Anschlusstreffer
Ein Gegentor zu Beginn des Schlussdrittel wäre für die Oltner wohl der endgültige Genickbruch gewesen. Doch die Gäste überstanden die doppelte Unterzahl schadlos und kamen sechs Minuten vor Schluss selbst in den Genuss eines 5-gegen-3-Powerplays. Joël Fröhlicher erweckte mit seinem erfolgreichen Slapshot von der blauen Linie die Hoffnungen der zahlreich mitgereisten Oltner Fans von Neuem. Nach einem Time-Out setzte Coach Gustafsson alles auf eine Karte und nahm Torhüter Simon Rytz zu Gunsten eines zusätzlichen Feldspielers vom Eis. Doch das alles nützte nichts mehr. Forget erzielte 17 Sekunden vor dem Ende das 6:4 und damit letzte Tor des Abends.

Schmerzfreies Comeback
Zu seinem Comeback meinte Remo Hirt: „Mit einem Treffer zum 2:0 hätte ich das Spiel in eine andere Bahn lenken und dadurch die Niederlage möglicherweise verhindern können, doch der Torhüter reagierte in dieser Situation blitzschnell und konnte die Scheibe so rauskratzen. Abgesehen von der vergebenen Chance bin ich mit meinem Comeback zufrieden und konnte erfreulicherweise schmerzfrei durchspielen. Im Heimspiel gegen Visp werde ich aber sicherlich noch eine Schippe drauflegen können.“

Zumindest das sind gute Nachrichten nach einer bitteren Neuenburger Offensivdemonstration. „Wir lassen keine Gelegenheit zum Training aus!“ betonte Coach Gustafsson. „Wir trainieren auch in der kommenden Weihnachtspause." Einzig zwei Tage haben die Spieler frei. Am 27. Dezember um 18 Uhr steht dann das Heimspiel gegen den EHC Visp an. Bis dahin wünschen wir ruhige und besinnliche Weihnachten. (dh / Bilder: freshfocus: Urs Lindt)
 

Telegramm:

HC La Chaux-de-Fonds – EHCO 6:4 (1:1, 4:2, 1:1)
Patinoire des Mélèzes – 2193 – SR: Erard, Kämpfer, (Pitton, Rebetez) Tore: 12:04 Lüthi (Stapleton, McClement / Ausschlüsse Carbis, Rouiller) 0:1. 19:19 Ganz (Burkhalter) 1:1. 24:24 Wyss (Zanatta) 1:2. 27:07 Hobi (Hofmann) 2:2. 28:55 Bonnet (Jacquet) 3:2. 33:02 McClement (Muller) 3:3. 33:37 Sterchi (Burkhalter) 4:3. 35:05 Schwarzenbach (Hobi) 5:3. 54:16 Fröhlicher (Rouiller, McClement / Ausschlüsse Grezet, Stämpfli) 5:4. 59:43 Forget 6:4 (Bonnet) 6:4. – Strafen: Olten 8-mal 2 Minuten, HCC 5-mal 2 Minuten.
Best Player: Jay McClement (Olten). Jérôme Bonnet (HCC).

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