Den Start verschlafen

Der EHCO verliert in Langenthal mit 2:4. Eine 0:3-Hypothek aus dem Startdrittel erwies sich schlussendlich als zu gross.

Am Freitagnachmittag kam für den SC Langenthal die Nachricht, dass ab Samstag im Kanton Bern nur noch Geisterspiele erlaubt werden. Dem schnellen Start der Oberaargauer nach zu urteilen, schienen die Spieler des Heimvereins ihre Fans mit einem Spektakel in die Geisterspiel-Phase entlassen zu wollen. Für den EHCO, welcher das erste Drittel komplett verschlafen hat, war die Hypothek schlussendlich zu gross.

Fataler Fehlstart
Nach gerade mal 8,3 Sekunden traf der SC Langenthal zum ersten Mal. Dion Knelsen gewann zwar das Anspiel im Mittelkreis, der Finne Elo eroberte aber die Scheibe umgehend und legte für Kämpf auf, welcher das frühe 1:0 markierte. Aus Oltner Sicht war der Fehlstart spätestens zwei Zeigerumdrehungen perfekt, als Rüegsegger auf Pass von Pienitz das 2:0 erzielte. Der Gegentreffer zum 0:3 in der 16. Minute besiegelte aus Oltner Sicht ein sehr schwaches Startdrittel, in welchem man durch Hüsler zwar zu einem Pfostenschuss (18.) kam, ansonsten aber sehr blass und fehleranfällig blieb.

Torhüterwechsel, Shorthander und Doppelschlag
Mit einem Torhüterwechsel schien Trainer Fredrik Söderström zu Beginn des Mitteldrittels bei seiner Mannschaft einen Impuls setzen und die Kampfgeister erwecken zu wollen. Etwas zu übermotiviert davon agierte in der 27. Minute Diego Schwarzenbach, als er wegen eines Bandenchecks in der offensiven Zone für zwei plus zehn Minuten auf die Strafbank geschickt wurde. Von da aus sah er, wie Garry Nunn nach einem Knelsen-Scheibengewinn alleine auf Caminada loszog und souverän zum 1:3 verwandelte. Es war dies bereits der dritte Shorthander der Saison. Kaum war die Strafe abgelaufen, konnte Silvan Wyss mit dem 2:3 gar noch den zweiten Oltner Treffer innerhalb von nur gerade 90 Sekunden erzielen, was Jeff Campbell dazu veranlasste sein Time-Out zu nehmen. Bis zum Drittelsende leisteten sich die Langenthaler zwar gleich drei Strafen, welche der EHCO jedoch nicht in einen Ausgleichstreffer ummünzen konnte.

Tschannen mit der Entscheidung im Schlussabschnitt
Mit der Gewissheit im Hinterkopf diese Langenthaler knacken zu können, starteten die Oltner furios in die letzten zwanzig Minuten und kamen bereits nach weniger als zehn Sekunden durch Garry Nunn zu einem ersten Abschluss. Doch leider war es nicht der EHCO, welcher in der Folge das nächste Tor bejubeln durfte. Nach Vorarbeit von Küng und Kummer war es letztendlich der routinierte Topscorer Tschannen, welcher den entscheidenden Treffer zum 4:2 erzielen konnte. Noch gaben sich die Oltner zwar nicht geschlagen, doch das Powerplaytor von Leonardo Fuhrer zweieinhalb Minuten vor Schluss kam schlussendlich zu spät. Auch ohne Torhüter vermochte der EHCO in der Folge nicht mehr gefährlich vor Caminada aufzukreuzen, um den Ausgleich zu forcieren.

So steht man schlussendlich mit leeren Händen da. Den verschlafenen Start vermochte man in 45 Minuten Spielzeit nicht mehr zu korrigieren.

So geht es weiter
Dem Team von Trainer Fredrik Söderström steht ein spielfreies Wochenende bevor, ehe man am Dienstag im heimischen Kleinholz auf den HC Thurgau trifft. Die Ostschweizer befanden sich zu Saisonstart in beneidenswerter Form, mussten zuletzt jedoch zwei Niederlagen am Stück einstecken. Für Unterhaltung dürfte gesorgt sein, wenn die beiden Teams alles dafür geben werden den dringend benötigten Sieg zu erringen und Vergangenes vergessen zu machen. (dho)

FRESHFOCUS 1027961 (1)

SC Langenthal - Olten 4:3 (3:0, 0:2, 1:1)

KEB Schoren, Langenthal. – 1'000 Zuschauer.
SR: Massy/Staudenmann (Micheli/Baumgartner). –
Tore: 1. Kämpf (Elo) 1:0. 3. Rüegsegger (Pienitz) 0:2. 16. Kummer (Küng, Higgins) 3:0. 27. Nunn (Knelsen/Ausschluss Schwarzenbach!) 3:1. 30. Wyss (Knelsen, Weisskopf) 3:2. 49. Tschannen (Küng, Kummer) 4:2. 58. Fuhrer (Chiriayev, Knelsen/Ausschluss Elo) 4:3. –
Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Langenthal. 5-mal 2 plus 10 Minuten (Diego Schwarzenbach) gegen Olten.

Bemerkungen: Olten ohne Weder, Fuss und Portmann (alle verletzt). Pfostenschuss Hüsler (18.). Torhüterwechsel Olten (21.). Olten ab 59:48 ohne Torhüter.

Best Player Olten: Knelsen
Best Player Langenthal: Kummer