Der Vorteil der Inkonstanz

Heute Abend, Spielbeginn 18 Uhr, feiert der EHC Olten in der umgebauten Voyeboeuf-Halle (neu Raiffeisen-Arena) seine Premiere.

«Stell dir vor, wir haben ein neues Stadion, und keiner geht hin»; mit dieser traurigen Tatsache sieht sich seit gut zwei Monaten der HC Ajoie konfrontiert. Ziemlich genau seit die Hockey-Spiele wieder unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen werden, dürfen die Jurassier nämlich in ihrem neuen Schmuckkästchen auflaufen. Dem Erfolg des Teams hat das erwartungsgemäss aber keinen Abbruch getan: Mit 2,38 Punkten pro Spiel ziehen die Ajoulots an der Tabellenspitze ihre einsamen Kreise.

Wie verkraftet Ajoie den Stress?
Allerdings kommt jetzt auf den HC Ajoie das zu, was sich die meisten anderen Teams in der Swiss League schon gewohnt sind: Ein Mammutprogramm mit Spielen im teils sogar Ein- bis Zweitagesrhythmus (der Februar hält für die Jurassier 14 Spiele in 26 Tagen bereit, immer unter dem Vorbehalt weiterer Verschiebungen). Ob danach der Punkteschnitt noch immer diesen Fabelwert aufweist, darf zumindest angezweifelt werden. Und dass Gary Sheehans Team nicht unbezwingbar ist, trat unlängst gleich zweimal zutage: Gegen Sierre verlor man zuhause mit 3:5 und in Langenthal am vergangenen Montag mit 2:3.

Trotz allem nicht Chancenlos
Nach den beiden letzten doch eher fragwürdigen Auftritten der Powermäuse mag man nach den Argumenten für eine Überraschung in Pruntrut suchen. Doch es gibt sie durchaus: In den bisherigen zwei Spielen gegen den HCA konnte man trotz nur einem gewonnenen Punkt überzeugen; dies dürfte eindeutig damit zu tun haben, dass der HC Ajoie – wie beispielsweise Kloten – naturgemäss immer selbst versucht, das Spiel zu machen, was den Powermäusen entgegen zu kommen scheint. Und dass man zweifellos seit längerem mit der Inkonstanz zu kämpfen hat, hat auch sein Gutes. Denn die Oltner verstehen es hervorragend, nach weniger starken Auftritten wie aus dem Nichts für Überraschungen zu sorgen. Und last but not least, wenn eine Saison als durchwegs unvorhersehbar in die Geschichte eingeht, dann die laufende.
Das Kader der Oltner wird im Jura grösstenteils gleich aussehen wie in den vergangenen Spielen. Kent Daneel, Cédric Hüsler und Simon Rytz sind verletzt. Noah Fuss ist kurz davor, sein Comeback zu geben, ihm wird aber die nächste spielfreie Woche gewährt, um Matchfitness zu erlangen. (rsu)

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