Ein Sieg des Willens

Der EHC Olten überrascht gegen den HC Thurgau mit seiner Kampfkraft und siegt dank eines Tores eine Minute vor Schluss mit 2:1.

Eigentlich nicht zu glauben: Garry Nunn und Evgueni Chiriayev ziehen auf einen Verteidiger los und bringen es fertig, die Scheibe (Torhüter Aeberhard hat einem sechsten Feldspieler Platz gemacht) nicht im Tor unterzubringen. Ein Aufreger, der wohl selten so leichtherzig vergeben werden kann wie jetzt, denn der Sieg steht wenige Sekunden vor Schluss fest und es wäre nur noch Resultatkosmetik gewesen. Eine Minute und fünf Sekunden vor Schluss bezwingt Daniel Carbis nämlich nach Zuspiel von Leonardo Fuhrer Torhüter Aeberhard und sorgt für einen zwar etwas glücklichen Sieg. Dies, weil die Gäste eigentlich jederzeit ebenbürtig sind und mit etwas mehr Entschlossenheit das Duell auch auf ihre Seite hätte kippen können. Bedenkt man aber, dass es Oltens erster Ernstkampf nach drei Wochen – und abgesehen von allen anderen Ereignissen – war, dann muss man vor Fredrik Söderströms Jungs den Hut ziehen. Klar ist spielerisch noch längst nicht alles cremig, wie die Powermäuse aber 60 Minuten fighten, verdient allergrössten Respekt.

Von Anfang bis Ende ausgeglichen
Das Spiel beginnt so, wie es in den kommenden 60 Minuten auch mehrheitlich abläuft: äusserst ausgeglichen. Auch wenn die Startminuten eher den Gästen gehören, vermögen die Powermäuse doch jederzeit gut mitzuhalten und werden in der 16. Minute mit dem Führungstreffer belohnt. Nico Gurtner zieht nach einem Zuspiel von Leonardo Fuhrer von der blauen Linie ab und bezwingt Nicola Aeberhard, dem die Sicht verdeckt ist. Die Gastgeber sind jetzt eine Nuance besser, müssen aber kurz vor Ende des Startdrittels um die Führung bangen, weil Knelsen wegen übertriebener Härte in die Kühlbox muss. Matthys als sicherer Rückhalt und Dan Weisskopf (er lenkt einen Schuss ins Fangnetz) verhindern aber den Ausgleich.
Wie ein Ei dem anderen gleicht der zweite Abschnitt dem ersten: Die wenigen Chancen werden nicht resolut genug genutzt, ein Verdienst der beiden Abwehrreihen und der Goalies. Oder aber des Unvermögens: Lüthi, Nunn, Schweri und wie sie alle heissen machen aus ihren (bescheidenen) Möglichkeiten nichts und so braucht es einen Doppelausschluss des Heimteams, um den Gästen den Ausgleich zu ermöglichen: Weisskopf und Wyss sitzen wegen jeweils Hohem Stock in der Kühlbox, was Loosli in der 34. Minute eiskalt ausnutzt.

Irgendwie hat man, spätestens in der zweiten Drittelspause, das Gefühl, dass jeder nächste Treffer entscheidend sein kann. Und genauso verläuft auch das Schlussdrittel. Die beiden Abwehrreihen neutralisieren sich weiter und als sich alle schon mit der Punkteteilung abfinden, schlagen die Oltner zu. Ein Sieg, der nach dieser schweren Zeit besonders wohltut. Auch, weil man mit den Thurgauern einen soliden und starken Gegner bezwingen kann, der in der Tabelle verdient da steht, wo er steht. (rsu)

EHC Olten - HC Thurgau 2:1 (1:0, 0:1, 1:0)

Kleinholz. – 30 Zuschauer. – SR Jordi/Boujon, Humair/Francey. – Tore: 16. Gurtner (Fuhrer, Carbis) 1:0. 34. Michael Loosli (Schweri, Hagel/bei 5 gegen 3) 1:1. 59. Carbis (Fuhrer) 2:1. – Strafen: je 5mal 2 Minuten.

Olten: Matthys (Racciatti); Maurer, Weisskopf; Heughebaert, Lüthi; Elsener, Nater; Gurtner; Schirjajew, Knelsen, Nunn; Carbis, Fuhrer, Hüsler; Wyss, Rexha, Schwarzenbach, Daneel, Weder, Fuss.

Bemerkungen: Olten ohne Simon Rytz (Lugano), Melnalksnis (Langnau); Fogstad Vold, Portmann (beide verletzt), Oehen (Quarantäne) sowie Philipp Rytz (rekonvaleszent). Thurgau ohne Rehak (Rapperswil), Brändli, Hulak, Moser, Wildhaber, J. Loosli (alle verletzt).