Eishockey Club Olten
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Hochverdienter Sieg in letzter Sekunde

Der EHC Olten gewinnt ein packendes Spitzenspiel gegen den EHC Visp mit 4:3. Den entscheidenden Treffer für die Oltner erzielt Garry Nunn 5.5 Sekunden vor Schluss.

Das Spitzenspiel der Runde startet sehr intensiv. Bereits nach wenigen Minuten gibt es erste Rangeleien und Chancen auf beiden Seiten, wobei Visp leicht überlegen ist. Diese leichte Dominanz ändert sich allerdings ab der 6. Minute als der Visper-Star und Topskorer Linus Klasen für zwei Minuten raus muss wegen eines hohen Stocks.

Als wäre ein Gegner auf der Strafbank nicht schon lukrativ genug, gesellen sich in der Folge noch zwei weitere Walliser zu Klasen in die Kühlbox. In der Folge spielt der EHCO wie schon die ganze Saison ein sehr dominantes Powerplay und kommt zu Torchancen im Sekundentakt. Allerdings schaffen es die Powermäuse nicht die Scheibe im Tor unterzubringen. Grund dafür ist zum einen fehlende Präzision im Abschluss und zum anderen ein hervorragender Reto Lory im Tor der Lonzastädter. 

Nach Ablauf der drei Strafen gegen die Walliser bietet das Spiel kaum noch Offensivaktionen, auch nicht auf Seite der Oltner. Die beiden Teams sind hervorragend aufeinander abgestimmt und neutralisieren sich zumeist im Mitteldrittel. Was Olten bei eigenem Powerplay nicht zustande bringt, gelingt den Wallisern dann kurz vor der Pausensirene. Nach Beinstellen muss Joel Scheidegger als erster Oltner für zwei Minuten auf die Strafbank. Dies wird prompt bestraft: 4.7 Sekunden vor Ende des ersten Drittels trifft der Walliser Kapitän Raphael Kuonen mit einem Slapshot zum 0:1.

Antonietti in Topform
Kurz nach der Pause ist es wieder Kuonen, der nach einem Sololauf über das ganze Feld zum 0:2 einschiebt. Die Oltner Hintermannschaft agiert dabei zu zaghaft und stört den späteren Torschützen kaum. Der EHCO bekundet in der Folge Mühe, kann nach einem kurzen Durchhänger aber imposant reagieren. Dominic Weder verwertet den ersten nennenswerten Angriff des Mitteldrittels. Er trifft nach einem Rebound via Beinschoner von Lory. 

Angetrieben von der Südkurve und den restlichen Fans reissen die Oltner nun das Spieldiktat an sich. Nach einer überstandenen Strafe ist es Eliot Antonietti, der seinen Premierentreffer für Olten markiert. Nach Zuspiel von Horansky trifft der gebürtige Genfer mit einem satten Slapshot von der Blue-Line und lässt Lory keine Chance. Und als wäre das noch nicht genug, doppelt Antonietti kurz vor der Pause nach und erzielt das 3:2. Die Oltner erkämpfen sich eine Überzahlsituation vor dem Walliser Tor und gehen verdient in Führung. Knelsen schiebt zu Antonietti, welcher seinen zweiten Treffer des Abends markieren kann.

Herzschlagfinale
Das letzte Drittel startet denkbar schlecht für die Gastgeber. Nach drei Minuten stellen sich die Oltner gleich selber ein Bein. Ohne Bedrängnis führt Joel Scheidegger die Scheibe im eigenen Drittel hinter das Tor, wo er das Spiel kurz pausieren möchte, um es dann wieder in die andere Richtung zu lancieren. Allerdings missglückt dieser Versuch komplett. Ein gravierender Fehlpass landet vor den Füssen von Lukas Haas, der alleine vor Matthys keine Mühe hat den Ausgleich zu erzielen.

Die Reaktion der Oltner lässt aber nicht lange auf sich warten. Nach einem genialen Diagonalpass von Silvan Wyss müsste Leonardo Fuhrer nur noch ins leere Tor einschieben, trifft die Scheibe aber nicht richtig. In der Folge bestimmt Olten die Partie über weite Strecken und hat den Gegner gut im Griff. Sehr gut gefällt das frühe Unterbinden der Walliser Angriffe. So kommen die Lonzastädter nur sehr selten mit der Scheibe ins Drittel der Gastgeber, da meist ein Oltner schneller umschaltet und das Spielgerät im Mitteldrittel abfängt. Der EHC Olten macht bis dahin ein gutes Spiel, wird aber für seinen Aufwand noch nicht belohnt und verteilt zu viele Geschenke. So auch fünf Minuten vor Schluss, als Dario Burgener nach einem unnötigen Scheibenverlust der Powermäuse alleine aufs Tor ziehen kann aber an einem glänzend reagierenden Silas Matthys scheitert.

Die Szene des Abends ereignet sich in der letzten Spielminute, genauer gesagt 5.5 Sekunden vor Schluss des letzten Drittels. Nach einem Bully-Gewinn im Visper Drittel schiesst Stéphane Heughebaert die Scheibe am Tor vorbei an die Werbebande. Von dort abgelenkt landet der Puck bei Garry Nunn, der ein leeres Tor vor sich hat und nur noch einschieben muss. Mit der Entscheidung gibt es für Fans und Spieler kein Halten mehr. Der Sieg ist absolut verdient und hätte durchaus höher und weniger dramatisch ausfallen können. (mho)

Ausblick
Das nächste Spiel bestreitet der EHC Olten am kommenden Samstag um 17.30 Uhr in Langenthal. Im ersten Derby der Saison treffen die Oltner gleich auf das nächste Spitzenteam, waren die Oberaargauer doch bis vor heute Abend noch Tabellenführer.

EHC Olten - EHC Visp 4:3 (0:1, 3:1, 1:1)

Kleinholz. – 1966 Zuschauer. – SR: Castelli/Potocan (Ammann/Humair). – Tore: 20. (19:56) Kuonen (Ahlström, Olausson/Ausschluss Scheidegger) 0:1. 21. Kuonen 0:2. 27. Weder (Schmuckli, Lüthi) 1:2. 30. Antonietti (Horansky) 2:2. 40. (39:24) Antonietti (Knelsen, Horansky) 3:2. 43. Haas 3:3. 60. (59:55) Nunn (Heughebaert, Horansky) 4:3. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Olten. 6-mal 2 Minuten gegen Visp.

Olten: Matthys; Antonietti, Scheidegger; Lüthi, Schmuckli; Heughebaert, Weisskopf; Maurer; Horansky, Knelsen, Nunn; Hasani, Forget, Lhotak; Mosimann, Fuhrer, Wyss; Muller, Weder, Hüsler; Portmann.

Visp: Lory; Furrer, Steiner; Pilet, Ahlström; Casserini, Eggenberger; Lütolf; Merola, Olausson, Holdener; Kuonen, Schirjajew, Klasen; Brügger, Mäder, Haberstich; Burgener, Haas, Spinell; Andy Ritz.

Bemerkungen: Olten ohne Oehen, Nater, Gurtner und Schwab (alle überzählig). Visp ohne Fuchs, Schaller, Riatsch und Brunner (alle überzählig).