Sieg in der Verlängerung

In Sierre können die Powermäuse einmal mehr von ihrer Kampfkraft profitieren und siegen glücklich, aber nicht unverdient mit 2:1 nach Verlängerung.

Nach einer Minute und fünf Sekunden in der Verlängerung kommt Silvan Wyss im Slot an die Scheibe, schlenzt sie an Remo Giovannini vorbei in die Maschen und beschert dem EHC Olten weitere zwei Punkte. Er wird damit zum Matchwinner eines «dreckigen Sieges», wie er oft gefordert und nun Tatsache wird. Denn die Powermäuse bestechen über die ganze Partie keineswegs mit filigrantechnischen Wunderdingen, sie bringen aber die Einstellung auf den «Gletscher», der sie in den letzten Spielen so ausgezeichnet hatte. Pech allerdings, dass Tomas Dolana 22 Sekunden vor dem Ende und bei sechs gegen vier einen wahren Hexer im Oltner Tor doch noch zu bezwingen vermochte.

Viel Einsatz, wenig Ertrag
Ein zu Beginn ausgeglichenes Spiel nehmen die Walliser zusehends in die eigenen Hände. Dies, nachdem die Gäste schon früh mit einem Spieler mehr agieren dürfen. Mathieu Vouillamoz wandert bereits nach 29 Sekunden wegen Beinstellen auf die Strafbank. Es wird aber schnell klar, dass der EHCO Mühe hat, den Rhythmus zu finden. Und so verstreicht auch das zweite Powerplay nach zehn Minuten ohne Zählbares. Im Gegenteil: Sierre kommt jetzt immer besser ins Spiel und Thibaut Monnet bringt es fertig, am geschlagenen Simon Rytz vorbei die Scheibe an den Pfosten zu setzen.
Doch die Gastgeber bleiben am Drücker, und ihr erstes Powerplay wird zum Glück für die Oltner von der ersten Pausensirene unterbrochen.
Im zweiten Abschnitt herrscht ein ähnliches Bild, die Powermäuse spielen nicht das schönste Hockey. Aber wie in den vergangenen Spielen stimmt die Einstellung zu hundert Prozent, und so kann, auch dank des erneut sackstarken Simon Rytz im Tor, die Null gehalten werden. Auch, weil man so langsam auch dem Heimteam eine gewisse Müdigkeit anmerkt, auch ihr Spiel ist sehr ungenau.
Und so braucht es einen doppelten Ausschluss, um das erste Tor bejubeln zu dürfen. Und es sind die Oltner, die die Arme in die Höhe strecken dürfen: Nach 35 Minuten sitzen zwei Walliser auf der Strafbank und das nützt Dion Knelsen mit einem herrlichen Querpass auf Garry Nunn, welcher die Scheibe nur noch einschieben muss. Und nachdem derselbe Knelsen kurz vor Drittelsende ebenfalls den Pfosten trifft, ist die Führung dann doch nicht mehr so glücklich.

Simon Rytz «stiehlt» die Punkte
Natürlich setzen die Walliser im Schlussabschnitt alles auf eine Karte. Es wird auch öfters brandheiss vor dem Oltner Keeper (auch wegen einmal mehr vielen unnötigen Strafen), er kann aber mit einer, es muss ein weiteres Mal erwähnt werden, unglaublichen Leistung sein Team vor dem Gegentreffer bewahren. Bis 22 Sekunden vor Schluss, als Tomas Dolana aus einem Gestocher heraus doch noch trifft und den Wallisern den durchaus verdienten Punkt sichert.
Nach einer weiteren guten, wenn auch nicht weltbewegenden Leistung treffen die Powermäuse am 27. Dezember in Küsnacht auf die GCK Lions. Auch da wird es wieder einen sicheren Rückhalt brauchen. (rsu)

FRESHFOCUS 1042342

Sierre – Olten 1:2 n.Vrl. (0:0, 0:1, 1:0, 0:1)

Grabenhalle. - SR Wiegand/Hendry, Gurtner/Urfer. - Tore: 35. Nunn (Knelsen/Ausschlüsse Teamstrafe/Dolana) 0:1. 60. (59:38) Dolana (Asselin, Castonguay/Ausschluss Schirjajew) 1:1 (Sierre ohne Torhüter). 62. Wyss (Maurer) 1:2 (ins leere Tor). - Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Sierre, 6mal 2 Minuten gegen Olten.

Olten: Simon Rytz (Matthys); Philipp Rytz, Weisskopf; Elsener, Maurer; Heughebaert, Lüthi; Nater; Othmann, Knelsen, Nunn, Wyss, Schirjajew, Hüsler; Portmann, Fuhrer, Carbis; Oehen, Weder, Rexha.

Bemerkungen: Olten ohne Fogstad Vold, Fuss, Gurtner (alle verletzt), Schwarzenbach (krank) sowie Daneel (abwesend).