«Solidarität für die Gesellschaft zeigen»

Grosse Herausforderungen und schöne Zeichen: EHCO-CEO Patrick Reber im Interview zur Coronakrise.

Patrick Reber, die Welt hat sich in den vergangenen Wochen in Zusammenhang mit dem Coronavirus dramatisch verändert. Wie erlebst Du die rasanten Veränderungen persönlich?

Die aktuelle Situation geht mir sehr nahe, weil ich einerseits eine Verantwortung als Arbeitgeber, aber auch eine Verantwortung als Privatperson habe. Die Ungewissheit, wie lange die Pandemie andauert, beschäftigt mich intensiv. Wichtig ist, dass man sich Tag für Tag über die Entwicklung informiert und die Anweisungen und Regeln des Bundesrates und des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) kennt und auch befolgt.

Was bedeutet die Coronakrise für den EHC Olten?

Das ist zum momentanen Zeitpunkt schwer einzuschätzen. Wir merken, dass wir als Sportorganisation in unserem Handeln eingeschränkt sind und vereinbarte Termine nicht stattfinden können. Wir möchten planen, koordinieren und vorbereiten, insbesondere im Bereich Marketing und Sponsoring. Aber, die Schweiz befindet sich in einer ausserordentlichen, für alle schwierigen und anspruchsvollen Lage. Die ganze Bevölkerung ist betroffen. Deshalb braucht es nun von allen Solidarität, Geduld und Verständnis. .

Alle Sportunternehmen in der Schweiz, ja auf der ganzen Welt, stehen vor ähnlichen Problemen. Tauscht man sich da gegenseitig aus?

Sehr intensiv. Der Eishockeyverband informiert uns regelmässig über die Verhandlungen mit den Behörden wie dem Bundesamt für Sport (BASPO) oder dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO). Auch unter den Clubs stimmt man sich koordinativ ab. Auch hier bleibt wichtig, dass man sich laufend über das Geschehen und den Verlauf der Pandemie sowie die entsprechenden Verordnungen orientiert.

Welche Aufgaben haben die unter Vertrag stehenden Spieler derzeit?

Die Spieler hatten nach dem frühen Ausscheiden Ende Februar einige Tage Ferien und werden in diesen Tagen mit dem individuellen Aufbautraining starten. Das sind ambitionierte Spitzensportler, die ihren Formaufbau in Eigenregie im Auge behalten müssen. Wir werden die Spieler mit der Erstellung von individuellen Trainingsplänen begleiten und unterstützen. Diese Unterlagen werden vom Sportchef und Athletikcoach zur Verfügung gestellt. Dabei wird darauf geachtet, dass die Übungen im Rahmen der Vorgaben des BAG und von zu Hause aus gemacht werden können.

Welche Herausforderungen stehen dem EHCO nach Überstehen der Coronakrise bevor?

Ich hoffe darauf, dass die Bevölkerung nach Überstehen der Krise wieder Vorfreude auf den Sport verspürt, dass wir auf den Saisonstart hin eine Begeisterung für das Eishockey und den EHC Olten entfachen können. Wichtig ist uns, dass wir bei allen Anspruchsgruppen, insbesondere auch bei den Sponsoren und Partnern, das nötige Vertrauen beibehalten können und dass diese Firmen weiterhin die Möglichkeit haben, den EHCO und den Sport zu unterstützen. Sportlich geht es darum, dass sich unser Team so gut wie möglich auf den Saisonstart wird vorbereiten können, auch wenn wegen der Coronakrise nicht alles wie geplant laufen wird. Es ist meine Hoffnung und mein Wunsch, dass wir in den Sommermonaten in die Normalität zurückkehren und auf allen Ebenen – sportlich und wirtschaftlich – jene Dinge aufholen können, die jetzt nicht gemacht werden können.

EHCO-Fans haben in der Stadt und vor dem Kantonsspital in Olten Transparente aufgehängt, um unter anderen dem Pflegepersonal Mut zu machen. Wie ist diese Aktion bei Dir angekommen?

Das ist eine grossartige Aktion, die mich sehr stolz macht auf unsere Fans. Das war ein wichtiges Zeichen für alle Menschen, die derzeit einen grossartigen Job machen für unsere Gesellschaft. Die Geste unserer Fans hat mich sehr berührt. Sie ist Ausdruck von Dankbarkeit und Wertschätzung! Das ist, was wir alle momentan machen müssen: Solidarität für die Mitmenschen und die ganze Gesellschaft zeigen.

(Interview: Stephan Felder)