Start zum Playoff-Halbfinal!

Nach einer zehntägigen Pause treffen die Powermäuse heute Nachmittag in der Swiss-Arena (15:45 Uhr) auf den EHC Kloten. Trotz einer weiteren Hiobsbotschaft sieht Ex-EHCO-Crack Daniel Kiefer die Oltner in dieser Serie nicht chancenlos.

«Das Startspiel zu gewinnen, ist immer wichtig. Die Serie dauert aber lange, und da darf man sich nicht verrückt machen, wenn mal ein Spiel nicht so läuft wie gewünscht. Geduldig bleiben und sein Spiel und seine Taktik durchziehen.» EHCO-Legende Daniel Kiefer (60) weiss, was es braucht, um gegen den Topfavoriten der Liga zu bestehen. Er hat sämtliche Juniorenstufen beim EHCO durchlaufen und insgesamt acht Jahre (78-82, 88-92) im Fanionteam gespielt. Der Gretzenbacher und Inhaber eines Reisebüros, der – sofern es die Pandemie wieder einmal zulässt - bis heute die Spiele der Powermäuse besucht und bei den Senioren («Mer si Oute») ab und zu die Schlittschuhe schnürt, sieht die Chancen für die Dreitannenstädter durchaus intakt: «Die Chancen stehen 50:50. Hart spielen und keine Fehler machen sind das Rezept.»

Anknüpfen an die Viertelfinals
Genau mit diesem Rezept wollen die Jungs von Fredrik Söderström da weitermachen, wo sie gegen den HC Sierre aufgehört haben. Hart und mit grosser Leidenschaft spielen und wenig Fehler (sprich auch Strafen) produzieren, das hat die Solothurner in einen Halbfinal katapultiert, in dem sie auf den Sieger der Qualifikation treffen. Drei der vier Spiele gegen die Flieger gingen zwar verloren, waren zum Teil aber äusserst umkämpft. Selbst wenn man die 0:6-Schlappe vom vergangenen Dezember durchleuchtet, wäre ohne die fatalen drei Minuten, in denen man das Spiel verlor, einiges mehr drin gelegen. Selbstredend, dass es gegen den Aufstiegsaspiranten Nummer eins in jedem Spiel bis zur Schlusssirene, wann immer diese ertönen mag, eine tadellos konzentrierte Leistung braucht.

Saisonende für Philipp Rytz
Ausfälle, vor allem in den Playoffs, sind immer schwer zu verkraften. Viel ungünstiger hätte diesmal aber der Zeitpunkt wirklich nicht sein können: Philipp Rytz wird nach einer Verletzung am Unterkörper bis zu sechs Wochen ausfallen und somit wie Alban Rexha in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen. Klar, dass nun das Team noch enger zusammenrücken muss und jeder Einzelne gefordert ist, über seinem Limit zu spielen.
Dass es schon in der Qualifikation nie am Willen gefehlt hat, ist sich Daniel Kiefer sicher: «Das Team hatte Hochs und Tiefs. Ich hatte aber immer das Gefühl, dass die Mannschaft wollte, es wurde gut gearbeitet. Und wo gearbeitet wird, passieren auch Fehler. Aber an der Einstellung hat es in dieser Saison nie gelegen.»
Kommt hinzu, dass man mit dem Erreichen der Top Vier ein grosses Saisonziel erreicht hat und erstmals in dieser Spielzeit ohne grossen Druck aufspielen kann. Und diese Tatsache kann bekanntlich und vor allem die Powermäuse beflügeln. Man darf gespannt sein, ob das ausreicht, um höher als der klare Favorit aus der Flughafenstadt zu fliegen. (rsu)

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