EHCO-Cup geht in die Saanestadt

Fribourg-Gottéron wird seiner Favoritenrolle am EHCO-Cup gerecht und nimmt den Titel mit nach Hause. Dies obwohl der EHCO im Duell mit dem Oberklassigen mit Fortdauer der Partie zusehends aufblühte. 

Garage Marti

Ein Rush. Ein Pässchen. Endlich zappelt der Puck im Netz der Fribourger Gäste. Jubel im Kleinholz nach über 50 erduldeten Minuten. Plötzlich scheint der Coup zum Cup am Heimturnier gegen den Oberklassigen möglich. Die neun verbleibenden Minuten sollen es richten. Gottéron erhöht jedoch nochmals die Kadenz und schafft so kurz vor Schluss doch noch die Differenz. Der EHCO-Cup geht ins Saaneland. Anthony Rouillers Vorstoss und Ryan Vesces präziser Abschluss bleiben der einzige Erfolgsmoment. Für den Kanadier ist es der erste Torerfolg im Oltner Dress.

Im ligenübergreifenden Duell wollte keine der beiden Mannschaften ins offene Messer laufen. Olten brauchte Zeit, um sich an die Intensität der Fribourger zu gewöhnen. Die Mannschaft vom Kanadier Mark French gestand den Gastgebern in der eigenen Zone lange Zeit kaum etwas zu. Olten seinerseits war ebenfalls bemüht darum, die Räume eng zu machen. Dennoch nutzten die Fribourger die erste Überzahlsituation kaltblütig aus. Yannick Rathgeb zog ab – gleich zwei Fribourger verdeckten Matthias Mischler die Sicht.

Wie schon gegen Freiburg durfte Matthias Mischler 24 Stunden später gegen Fribourg-Gottéron das Oltner Tor hüten. Mit seiner Leistung unterstrich er abermals, dass die Oltner über ein ausgezeichnetes Torhüterduo verfügen. Mischler stand seinem Gegenüber Barry Brust in nichts nach. Der kanadische Torhüter, für seinen Spektakel-Stil bekannt, sorgte mit seinen risikoreichen Pässen immer wieder für Schmunzeln.

Die Oltner legten den Respekt vor dem Favoriten im Mittelabschnitt zusehends ab. In der besten Phase zwangen die Oltner Barry Brust zu unkonventionellen Paraden. Der Reihe nach Huber, Hirt und Müller sorgten für Unruhe und kurzweilige Orientierungslosigkeit vom Fribourg-Schlussmann.

Obwohl Olten am Heimturnier um den Cup spielte, nutzte Headcoach Gustafsson den Auftritt gegen das oberklassige Fribourg für Experimente. Weil Cédric Schneuwly beim Finalspiel verletzt Forfait geben musste, beorderte der Oltner Trainer Ryan Vesce auf die Centerposition im zweiten Block. Zugleich sprach der Schwede dem jungen Marc Sahli grosses Vertrauen aus, indem er ihm im Paradesturm neben Muller und Stapleton eine Chance gab. Das Oltner Eigengewächs bewies mit seinem aufopfernden Spiel, dass er sich physisch in einer glänzenden Verfassung befindet.

Doch zurück zum Spiel: Olten konnte den Schwung vom Ausgleichstreffer nicht mitnehmen. Jim Slater nutzte einen Abpraller vor Mischler per Volleyabnahme zum Gamewinner. Eine späte Strafe von Stefan Mäder verunmöglichte neuerliche Ausgleichsbemühungen. Olten musste hinten auftun – Kilian Mottet nutzte dies zur Siegsicherung am diesjährigen EHCO-Cup. Olten darf aus dem Vergleich das Positive mitnehmen. (yas)

Allstar-Team EHCO-Cup 2017:
Tor: Matthias Mischler (Olten)
Verteidigung: Ralph Stalder (Gottéron)
Sturm: Laurent Meunier (Gottéron)

Olten – Fribourg 1:3 (0:1, 0:0, 1:2)

Kleinholz. – 1607 Zuschauer. – Tore: 11. Rathgeb (Kienzle; Ausschluss Fröhlicher) 1:0. 51. Vesce (Rouiller; Ausschluss Neuenschwander) 1:1. 56. Slater (Rossi) 1:2. 60. Mottet (Kienzle, Bykov; Ausschluss Mäder) 1:3. Strafen: 8-mal 2 Minuten gegen Olten, 4-mal 2 Minuten gegen Fribourg.

Olten: Mischler; Zanatta, Rouiller; Bagnoud, Fröhlicher; Grieder, Barbero; Bucher, Matter; Muller, Stapleton, Sahli; Wyss, Vesce, Huber; Horansky, Mäder, Ulmer; Aeschlimann, Heughebaert, Hirt.

Fribourg: Brust; Abplanalp, Rathgeb; Chavaillaz, Hölös; Leeger, Glauser; Stalder, Kienzle; Tristan Vauclair, Rivera, Fritsche; Mottet, Slater, Rossi; Schmutz, Bykov, Sprunger, Chiquet, Meunier, Neuenschwander.

Bemerkungen: EHC Olten ohne Lüthi (rekonvaleszent), Schneuwly, Duarte, Truttmann (alle angeschlagen) sowie Rytz, Vodoz (alle überzählig). Fribourg ohne Cervenka (angeschlagen).