Ein Tor genügte nicht

Olten bezieht vor heimischer Kulisse die erste Saisoniederlage. Das 1:3 gegen Rapperswil-Jona ist ärgerlich, unnötig und bitter. Melvin Nyffeler hexte die St. Galler praktisch im Alleingang zum Sieg. 

Garage Marti

Ein Tor reicht selten zum Sieg. Mit dieser simplen Weisheit liess sich die Heimniederlage gegen Rapperswil erklären. Hauptverantwortlicher für den Rapperswiler Sieg, oder anders ausgedrückt für die Oltner Niederlage war Melvin Nyffeler. Bereits Ende September zeigte der Torhüter der Rosenstädter gewissermassen ein Playoff-Spiel. Liess die Oltner Stürmer ein ums andere Mal verzweifeln. Mit 38 Paraden stahl der beste Rapperswiler den Sieg im Oltner Kleinholz. Alleine im Schlussdrittel rannten die Oltner vehement an, um auch das fünfte Saisonspiel für sich zu entscheiden. Vergebens. 19, teils hochkarätige Möglichkeiten blieben ungenutzt.

Lange zeigte Rapperswil ein harmloses Überzahlspiel. Erst die fünfte Möglichkeit nutzten die St. Galler zu einem für sie perfekten Zeitpunkt zum siegbringenden Treffer. Ein Abgelenkter Pass fand in der 53. Minute den Weg zu Sven Lindemann, der am nahen Pfosten postiert unbedrängt zum 2:1-Führungstreffer einnetzte. Keine Minute zuvor wusste Rapperswil kaum noch, wie es dem Wirbelsturm der Oltner widerstehen könnte. Insbesondere der Oltner Atomblock – an diesem Abend erstmals mit Remo Hirt statt Devin Muller – erhöhte die Kadenz mit Fortdauer der Partie. Vesce und Stapleton spielten die St. Galler Hinterreihen schwindlig. Allein, beiden klebte bei ihren Abschlüssen das Pech an der Schaufel. Oder dann war es ein überragender Nyffeler, der die US-Amerikaner bremste. Als Jan Vogel knapp vier Minuten vor Spielende mit einer feinen Einzelleistung gar auf 1:3 erhöhte, brauchte der EHCO zu lange um neue Moral zu tanken. Erst in der Schlussminute flogen Melvin Nyffeler ein letztes Mal die Pucks um die Ohren. Einen Weg am Rappi-Schlussmann vorbei fanden die Oltner jedoch noch immer nicht.

Dabei hatte der EHCO mit jener Selbstsicherheit begonnen, die ihn in den bisherigen vier Saisonspielen stets zum Erfolg getragen hatte. Fast schon standesgemäss ging die Mannschaft von Bengt-Ake Gustafsson in Führung. Remo Hirt lenkte ein Geschoss von Ryan Vesce in der 15. Minute zum Führungstreffer ab. Weil der EHCO im zweiten Abschnitt aber zusehends abbaute, ermöglichte er Rapperswil die Rückkehr ins Spiel. Casutt lancierte mit viel Gefühl den Angriff zum 1:1 Ausgleich, der für die St. Galler etwas glücklich zustande kam. Beinahe hätte Rytz die Situation entschärft gehabt – und doch kullerte der Puck irgendwie noch über die Linie. Spätestens im Schlussabschnitt hatte der EHCO seinen Angriff wieder angekurbelt. Aber eben, da war dieser Nyffeler, der sich nicht mehr bezwingen liess. Und: Ein Tor reicht eben selten zum Sieg. (yas)

Am nächsten Dienstag geht die Reise für den EHC Olten in den Kanton Thurgau.

Olten - Rapperswil-Jona Lakers 1:3 (1:0, 0:1, 0:2)

3809 Zuschauer. - SR Urban, Fuchs/Kehrli. - Tore: 15. Hirt (Vesce) 1:0. 33. Knelsen (Brem, Casutt) 1:1. 53. Lindemann (Casutt, Hüsler/Ausschluss Vodoz) 1:2. 57. Vogel 1:3. - Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Olten, 3mal 2 Minuten gegen die Rapperswil-Jona Lakers.